Zukunft der Heerser Mühle

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Die Stadt Bad Salzuflen bereitet zur Zeit den Abbruch des Wehres vor.

Ein fragwürdiges, von der Stadt bestelltes Gutachten (eine Biologin äußerte sich unter falschen Annahmen zur Wirtschaftlichkeit des Wehres...) gab den Ausschlag.

Ein anderes von der Stadt bestelltes Gutachten ermittelte 2 Mio. DM für die Sanierung des Wehres. Jetzt will die Stadt fast 0,9 Mio. DM dafür ausgeben, daß das Wehr nicht mehr die “ökologische Durchgängigkeit” des Flusses Werre beeinträchtigt.

Das Absterben des alten Eichen-Auenwaldes mit seinem Sumpfdotterblumenbestand im Heerser Lieth wird dabei in Kauf genommen. Allein 275.000,- DM kosten der Beton und die Natursteine zur Uferbefestigung! - ökologisch?

Ein Naherholungsgebiet der Schötmaraner und Werl-Asper geht zusammen mit der Erinnerung an das erste Freibad Schötmars für immer verloren, die Idylle des Mühlengrabens mit dem kleinen Wehr, dem tosenden Wasserabsturz und den hübschen Mühlengebäuden wird Vergangenheit sein und und und ...


Wird sich ein Investor finden für die Errichtung der Wasserkraftanlage und damit der Stadt die Ausgabe für den Abriss des alten Wehres erspart?

Diese Frage hat uns seit Monaten beschäftigt und 2 Reaktionen von potenten Investoren haben Zuversicht erzeugt. Der städtische Umweltausschuß beschloss auch eine Denkpause und beauftragte die Verwaltung mit den Investoren Kontakt aufzunehmen und eine Bank-Bürgschaft auszuhandeln. Trotz der angekündigten Bereitschaft zur Bank-Bürgschaft des Investors Wasserkraft Volk AG kam das jähe Ende des Projektes.

Dazu geben wir hier eine Presseerklärung der Ratsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen wieder:


Bündnis 90 / Die Grünen

26. Januar 2002

CDU und SPD bremsen Investor aus

Große Parteien auf dem Gipfel des Stillstands

Aus für die Wasserkraft in Bad Salzuflen

Für Jobst Flörkemeier, Ratsmitglied für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist es unfassbar: „Da redet vor allem die CDU immer wieder davon, dass bürokratische Hemmnisse abgebaut werden müssen und jetzt sorgt sie selbst dafür, übrigens in unheiliger Allianz mit der SPD, dass das Projekt Stromerzeugung an der Heerser Mühle -mit dem größten Wasserkraftpotential in Lippe- stirbt.“

CDU und SPD hätten schlicht keine Lust mehr, sich mit dem Thema zu beschäftigen; die Stauanlage sei schon seit Jahren immer wieder Thema im Ausschuss für Landschaft und Umwelt - jetzt müsse der Knoten durchgeschlagen werden, werden die Vertreter der CDU im Umweltausschuss zitiert. Dabei bewirbt sich gerade jetzt eine renommierte Wasserkraftfirma für die Nutzungsrechte der Wasserkraft an der Heerser Mühle. Strom für 150 Einfamielienhäuser ließen sich nach Berechnungen der Firma dort gewinnen.

Doch die CDU verlangt eine Bürgschaft, bevor die Planungsgespräche überhaupt beginnen. „Ein Schildbürgerstreich“ so Flörkemeier. „Muss man jetzt schon Geld mitbringen, wenn man seine Planungen vorstellen will? Das Rechtsamt (!!) hat dargelegt, dass diese Vorgehensweise jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt. Das Vorgehen der großen Fraktionen bedeutet offensichtlich: Eine umweltfreundliche Energieerzeugung, wie sie an der Werre möglich wäre, ist von Schwarz und Rot gar nicht erwünscht.“

Die CDU setzt hier im im kommunalen Umfeld ihre Politik für die klimaschädliche Kohle und die riskante Atomenergie fort, kritisieren die Vertreter der GRÜNEN-Fraktion. Chancen zum Umsteuern werden nicht ergriffen. Nicht einmal die vor fast 2 Jahren auf Initiative der GRÜNEN einstimmig beschlossene Bereitstellung von städtischen Gebäuden für die Solarenergie wird von der Verwaltung eingefordert. Wider besseres Wissen werde Bad Salzuflen in den energiepolitischen Abgrund geführt. Der Anteils-Verkauf der Stadtwerke werde sicherlich der nächste Schritt in diese Richtung sein.

Flörkemeier: „Ein Armutszeugnis für den Rat. Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt können dann ja gleich Großkonzerne, wie E.ON oder RWE übernehmen. Riskante Atomkraftwerke in nur 50 km Entfernung von Bad Salzuflen werden akzeptiert, Wind- und Wasserkraftwerke werden, wo immer möglich, verhindert.

Es wird höchste Zeit diese Politik zu stoppen.“

Jobst Flörkemeier


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23 Februar, 2004